Auf der LinkedIn-Seite meines Fachportals WtE Monitor standen neulich zwei Beiträge nebeneinander. Beide hatte das Jetpack-Plugin automatisch aus WordPress heraus geteilt. Der linke zeigte ein großes Foto von Fernwärmerohren. Der rechte zeigte eine Überschrift, eine Webadresse und sonst nichts.
Kein Fehler, keine Warnung, kein Hinweis. Nur ein Beitrag, der aussah, als hätte jemand das Bild vergessen. Ich hatte es nicht vergessen. Ich hatte es als WebP hochgeladen.
Erst einmal die üblichen Verdächtigen
Bei fehlenden Vorschaubildern denkt man zuerst an die Open-Graph-Angaben im Seitenkopf. Dort steht, welches Bild soziale Netzwerke zeigen sollen. Also habe ich beide Artikel verglichen.
Beide waren in Ordnung. Der linke meldete ein JPEG mit 1200 × 800 Pixeln, der rechte ein WebP mit 1088 × 725 Pixeln, sauber mit Breite, Höhe und Dateityp. Das WebP selbst war erreichbar, auch wenn man sich beim Abruf als LinkedIn ausgibt, und mit 51 KB sogar ein Musterschüler. Das JPEG nebenan wog dreimal so viel.
Am Bild lag es also nicht. Es lag am Format.
LinkedIn holt das Bild gar nicht selbst
Die Erklärung steht in LinkedIns Entwicklerdokumentation, und sie hat mich überrascht. Wer einen Link von Hand bei LinkedIn einfügt, sieht zu, wie das Netzwerk die Seite abruft und sich Titel und Bild holt. Bei automatisch geteilten Beiträgen läuft das anders. Die Posts-Schnittstelle liest die Seite ausdrücklich nicht aus. Das Programm, das postet, muss Titel, Beschreibung und Vorschaubild selbst mitliefern und das Bild vorher über eine eigene Bild-Schnittstelle hochladen.
Und diese Bild-Schnittstelle ist wählerisch. Sie nimmt laut Dokumentation genau drei Formate an: JPG, GIF und PNG. WebP steht nicht auf der Liste.
Jetpack weiß das. Im Quellcode des Plugins steht für jedes Netzwerk, welche Bildformate erlaubt sind. Bei Mastodon gehört WebP dazu. Bei LinkedIn nicht, mit einem Verweis auf genau diese Dokumentation. Ist das Beitragsbild ein WebP, teilt Jetpack den Beitrag deshalb einfach ohne Bild.
Auch von Hand kein Verlass
Wer jetzt denkt, dann teile ich eben selbst: Auch da ist WebP ein Wackelkandidat. Berichte darüber gibt es seit Jahren. Ein Entwickler hat 2021 beschrieben, dass LinkedIns Abrufprogramm WebP-Bilder gar nicht erst anfordert. Im Supportforum eines großen SEO-Plugins räumte das Team schon früher ein, dass nicht alle Plattformen WebP als Vorschaubild akzeptieren. Weiter recherchiert habe ich nicht. Darauf verlassen, dass Plattformen WebP akzeptieren, würde ich allerdings auch nicht.
Die Ironie an der Sache
Jetpack hätte die Lösung im eigenen Haus. Sein Bildnetzwerk liefert dasselbe WebP auf Wunsch als JPEG aus, wenn der Abrufer kein WebP versteht. Ich habe es ausprobiert, es funktioniert.
Nur nutzt Jetpack diesen Umweg für das Vorschaubild nicht. Bei meinen letzten 30 Beiträgen zeigte sich ein klares Muster: JPEGs ab 1200 Pixeln Breite liefen über das Bildnetzwerk, WebP-Bilder wurden immer direkt verlinkt, auch die großen. Die Hälfte dieser 30 Beiträge hatte ein WebP als Beitragsbild.
Was hilft
Die Lösung ist unspektakulär: Das Beitragsbild bleibt ein JPEG. Es ist das eine Bild, das Plattformen als Vorschau verwenden, und für diese Rolle ist das alte Format das sichere.
Für alles andere bleibt WebP die bessere Wahl. Die Bilder im Text sieht nur der Browser, und der kann WebP seit Jahren. Dort zählt jedes gesparte Kilobyte, und WebP spart viele davon.
Für meine eigene App Hybrid AutoPress, die Markdown-Dateien samt Bildern zu WordPress hochlädt, heißt das: Das Beitragsbild braucht eine eigene Formatwahl. Bisher gilt eine Einstellung für alle Bilder, und die steht seit Kurzem auf WebP. Das war für die Ladezeit richtig und für LinkedIn falsch. Die Trennung kommt mit der nächsten Version: Beitragsbilder gehen dann standardmäßig als JPEG hoch, die Bilder im Text bleiben WebP. Das gehe ich an, sobald Apples Prüfung der Version 1.0 abgeschlossen ist.
Drei Dinge zum Merken
Modern heißt nicht überall willkommen. WebP ist seit Jahren Standard im Browser. Bei Schnittstellen sozialer Netzwerke kann die Welt trotzdem noch aus JPG, GIF und PNG bestehen.
Automatisch geteilt ist nicht dasselbe wie von Hand geteilt. Beim Einfügen eines Links holt sich LinkedIn die Vorschau selbst. Beim Teilen über ein Plugin liefert das Plugin sie an, und dann gelten die Regeln der Schnittstelle.
Es gibt keine Fehlermeldung. Der Beitrag erscheint, nur eben nackt. Wer automatisch teilt, sollte nach den ersten Beiträgen einmal nachsehen, wie sie wirklich aussehen.
Die 51 Kilobyte waren jedenfalls kein Argument. Nicht, wenn die Gegenseite das Format gar nicht lesen will.

