Seit ein paar Tagen sieht mein Fachportal WtE Monitor anders aus. Dort geht es um Müllverbrennung mit Energiegewinnung, auf Englisch Waste-to-Energy, und bisher war die Seite ein Nachrichtenblog. Jetzt ist sie eine Datenbank mit Nachrichten: 179 Anlagen in acht Ländern, 89 Betreiberprofile, dazu Länderprofile, eine Karte und eine Vergleichstabelle.
Was Leser davon haben, steht drüben im Beitrag zum Relaunch. Hier geht es um die andere Seite: wie so etwas entsteht und was dabei danebengeht. Es ging einiges daneben.
Das eigentliche Problem
Die Daten gab es längst. Sie steckten nur in Artikeln. Zu fast jeder Anlage hatte ich irgendwann einen Text geschrieben, mit Kapazität, Baujahr und Betreiber, jedes Mal ein wenig anders formuliert. Wer zwei Anlagen vergleichen wollte, öffnete zwei Tabs und las.
Der Relaunch bestand deshalb zu großen Teilen aus Umräumen. Aus Fließtext wurden Felder: 37 pro Anlage, von der Zahl der Verbrennungslinien bis zum Dampfdruck. Erst wenn eine Zahl in einem Feld steht, lässt sie sich sortieren, auf eine Karte setzen oder hinter eine Bezahlschranke legen.
Eine Seite – in Scheiben gebaut
Die gesamte Seite wurde in Scheiben gebaut. Ein eigenes Theme und sechs kleine Plugins, jedes mit einer Aufgabe: Daten, Suchmaschinen, Newsletter-Anmeldung, Bezahlschranke, Bilder und eine Fragebox. Allein das Daten-Plugin hat es bis Version 1.10.2 gebracht. Jede Version liegt als ZIP im Archiv, damit ich zurückkann, wenn eine neue etwas kaputtmacht.
Das Archiv hilft allerdings nur gegen Fehler, die etwas kaputtmachen. Die meisten Pannen waren von der anderen Sorte: Alles lief, nur das Ergebnis stimmte nicht. Die erste fand ich auf der Karte.
Ein Kraftwerk im Atlantik
So steht die Anlage Deeside eigentlich in Wales. Auf meiner neuen Karte stand sie im Meer, ein gutes Stück westlich von Irland.
Dabei war der Link zu Google Maps korrekt, ich hatte ihn selbst kopiert. Das Problem lag im Kleingedruckten. In einem solchen Link stehen Koordinaten, aber nicht die des Ortes. Es sind die der Bildmitte. Und weil Google Maps links eine Infospalte einblendet, liegt die Bildmitte nie auf dem Ort, den man gerade anschaut, sondern daneben. Je weiter man herausgezoomt hat, desto weiter daneben. Bei Deeside reichte es bis in den Atlantik.
Jetzt rechnet das Plugin den Versatz heraus, und für Zweifelsfälle gibt es eine Liste, in der ich Koordinaten direkt eintragen kann.
Der Newsletter wird eine Anlage
Beim Umzug der alten Artikel in die neue Struktur musste ein Werkzeug entscheiden, welche Seiten Anlagen sind. Es entschied großzügig. Die Seite „Stay Updated on Waste-to-Energy News“, auf der man sich für den Newsletter anmeldet, wurde zur Anlage erklärt. Ohne Kapazität und ohne Betreiber, aber mit Anmeldeformular.
Das fiel erst auf, als die Anmeldeseite nicht mehr dort war, wo sie hingehört. Seitdem gibt es einen Knopf, der einen einzelnen Umzug rückgängig macht, und Seiten mit Formular werden gar nicht erst vorgeschlagen.
4,9 Megabyte für ein Foto
Ich war sicher, dass Jetpack meine Bilder verkleinert. Dann habe ich nachgemessen. Das Titelbild der Anlage Neumünster kam bei jedem Besucher in voller Größe an: 4,9 MB für ein Foto, das auf dem Bildschirm kaum größer ist als eine Postkarte.
Die Ursache war eine einzige Angabe in meinen neuen Vorlagen. Sie verlangten das Bild in Originalgröße, und genau das wurde geliefert. Jetzt fordern die Vorlagen eine feste Größe an. Ein weiteres kleines Plugin verkleinert außerdem jedes Bild schon beim Hochladen auf höchstens 200 KB.
Die Anlage Deeside steht übrigens wieder an Land. Sie hat es, soweit ich weiß, nicht bemerkt.

