Ein Papierflieger zwischen zwei Apps: Hybrid schickt Texte jetzt direkt an AutoPress

Hybrid 1.0.3 und AutoPress 1.1 sind freigegeben. Ein Knopf schickt jetzt einen Text samt Bildern vom Editor in den Uploader. Warum das schwieriger war, als es klingt, und was die Updates sonst noch können.

Ein Papierflieger fliegt vom Hybrid-Icon zum AutoPress-Icon, beide in einer eigenen Sandbox

Vor einigen Tagen habe ich an dieser Stelle versprochen, dass der Weg von Hybrid zu AutoPress kürzer wird. Jetzt ist er es. Apple hat Hybrid 1.0.3 für Mac, iPhone und iPad freigegeben und AutoPress 1.1 gleich dazu. In Hybrid steht seitdem ein Papierflieger in der Werkzeugleiste: „An AutoPress senden“. Ein Klick, und der Text liegt samt Bildern in AutoPress, bereit für den Upload zu WordPress.

Bisher ging das über eine Datei. Speichern, in AutoPress hinzufügen, hochladen. Das funktionierte, war aber genau die Art Handgriff, die man beim dritten Beitrag am Tag nicht mehr machen will.

Zwei Apps, die einander nicht sehen dürfen

Klingt nach einer Kleinigkeit. Ein Programm übergibt einem anderen eine Datei, was soll daran schwer sein?

Auf Apple-Geräten einiges. Jede App aus dem App Store lebt in ihrer eigenen Sandbox, einem abgeschlossenen Bereich, in den keine andere App hineinschauen darf. Das ist gut so, denn so kann keine App heimlich die Dateien einer anderen lesen. Ich bin darüber schon einmal gestolpert, beim Einreichen von AutoPress: Ein Bild, das Hybrid in seinem eigenen Speicher abgelegt hatte, war für AutoPress schlicht unerreichbar, egal mit welcher Erlaubnis.

Hybrid kann AutoPress also keinen Pfad zu einer Datei nennen. Stattdessen legt es das Dokument auf eine Art private Zwischenablage, die nur dafür da ist: Text, Bilder und eine kurze Inhaltsangabe, was wohin gehört. Dann ruft es AutoPress über eine eigene Adresse auf. AutoPress holt sich alles ab, legt es bei sich ab, räumt die Zwischenablage wieder leer und stellt das Dokument ausgewählt in die Liste.

Die normale Zwischenablage bleibt dabei unberührt. Was jemand gerade kopiert hat, wird nicht überschrieben, und es erscheint auch keine Abfrage, ob eingefügt werden darf. Auf iPhone und iPad sehen eine solche benannte Zwischenablage nur Apps desselben Entwicklers. Das Ganze passiert auf dem Gerät, ins Netz geht dabei nichts.

Ist AutoPress nicht installiert, sagt Hybrid, was die App kann, und verweist auf den App Store. Ist noch die alte Version drauf, bittet Hybrid um ein Update. Wer den Papierflieger nicht braucht, blendet ihn in den Einstellungen aus. Auf dem iPhone steht er im Mehr-Menü.

Word und PDF rein, Markdown raus

Die zweite große Neuerung gibt es vorerst nur auf dem Mac. Hybrid importiert jetzt Word-Dateien und PDFs. Wer eine .docx-Datei in ein leeres Fenster zieht, bekommt ein Markdown-Dokument. Überschriften, Listen, Fett und Kursiv, Links, Tabellen, Fußnoten und Bilder bleiben erhalten. Auch Überschriften, die jemand in Word von Hand dick und groß gemacht hat, statt die Formatvorlage zu nehmen, erkennt Hybrid als solche. Zieht man die Datei in ein Dokument, in dem schon Text steht, landet der Import an der Stelle, an der man loslässt.

PDFs liest Hybrid nach ihrem Schriftbild, gescannte PDFs per Texterkennung. Tabellen aus PDFs baut die App allerdings nicht nach. Das werde ich mir als nächstes vornehmen, denn das würde das Online-Publishing von on PDF-Dateien eingebetteten Tabellen noch einmal erheblich vereinfachen.

Damit schließt sich für mich ein Kreis, den jeder kennt, der als Journalist oder Redakteur arbeitet oder freiberuflich für Kunden schreibt. Eine Pressemitteilung kommt als Word-Datei rein, der Bericht ist als PDF an die E-Mail angefügt. Bisher hieß das: kopieren, einfügen, Formatierung reparieren. Jetzt heißt es: reinziehen.

Drei Fehler, die man erst sieht, wenn man sie sucht

Wie immer stecken in einem Update auch Korrekturen. Drei davon sind mir eine Erwähnung wert, weil sie so unscheinbar waren.

Die verschluckten Buchstaben. Wer auf dem Mac eine Auswahl auf bereits markiertem Text begann, verlor am Anfang ein bis drei Zeichen. Der Grund liegt im System. Ein Druck auf markierten Text könnte ja der Beginn eines Verschiebens sein. Also wartet der Mac einen Moment und setzt den Startpunkt dann dorthin, wo der Zeiger inzwischen ist. Wer wie ich mit drei Fingern auf dem Trackpad zieht, ist in diesem Moment immer schon in Bewegung. Ich habe es mit künstlichen Mausbewegungen in einem Dokument mit 100.000 Zeichen nachgestellt. Vorher war jede zweite Auswahl falsch, jetzt keine mehr.

Die Anführungszeichen. Im Word-Export standen deutsche Anführungszeichen beide oben, wie im Englischen. Schuld war der Markdown-Baustein, der gerade Anführungszeichen von sich aus in die amerikanische Form brachte. Hybrid setzt sie jetzt nach der Sprache des Textes: im Deutschen „unten und oben“, im Englischen “so”, im Französischen « so ». Das gilt für Word, PDF, Vorschau und die Kopie zum Veröffentlichen. Word bekommt außerdem die Sprache mit, damit die Rechtschreibprüfung weiß, was sie prüft.

Das PDF im Großdruck. Der PDF-Export übernahm die Schriftgröße des Editors, und die steht bei mir auf 17 Punkte. Das Ergebnis sah aus wie ein Buch für die Lesebrille. Jetzt wird das PDF in 11 Punkte gesetzt, wie der Word-Export, und immer auf hellem Papier, auch wenn der Mac gerade im Dunkelmodus ist.

Auf iPhone und iPad läuft außerdem die Zusammenarbeit mit dem Mac zuverlässiger. Namen kommen zwischen den Geräten an, wer ein Dokument verlässt, wird bei allen als gegangen angezeigt, und eben eingefügter Text verschwindet nicht mehr, wenn eine Antwort der Synchronisierung zu spät eintrifft.

Was AutoPress 1.1 sonst noch kann

Auch AutoPress hat mehr gelernt als nur das Annehmen.

  • Bildunterschriften und Bildnachweise für jedes Bild, nicht nur für das Beitragsbild. Der Bildnachweis im Bild ist größer gesetzt und damit besser lesbar.
  • Beitragsbilder gehen als JPEG hoch. Das ist die Lehre aus meinem Beitrag über LinkedIn und WebP: LinkedIn zeigt automatisch geteilte Beiträge ohne Bild, wenn das Beitragsbild ein WebP ist. Die Bilder im Text bleiben WebP, das Beitragsbild wird jetzt standardmäßig zum JPEG.
  • „Sofort“ heißt sofort, auch bei Websites, die auf eine andere Zeitzone eingestellt sind.
  • Klarere Meldungen, wenn das Verbinden mit einer Website nicht klappt.

Für die Updates braucht es nichts weiter. Wer die Apps hat, bekommt sie über den App Store. Wer sie noch nicht hat: Beide sind kostenlos zu laden und sieben Tage lang voll nutzbar.

Dieser Beitrag ist übrigens den neuen Weg gegangen: geschrieben in Hybrid, per Papierflieger an AutoPress, von dort auf diese Seite. Mehr zu den Apps steht auf hybrid-editor.com und hybrid-autopress.com.

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